Was hat Tanduria mit Gor zu tun?

Wer uns kennt, der verbindet uns höchstwahrscheinlich mit Gor. Für alle, die sich jetzt fragen, was denn Gor ist, hier eine knappe Erklärung:

Gor ist eine Science Fiction Fantasie Serie des amerikanischen Autors und Philosophen John Lange, eher bekannt unter seinem Pseudonym John Norman. In seiner durchaus umstrittenen Romanreihe beschreibt Norman eine sogenannte Gegenerde "Gor", auf der die Menschen eher in einer Zeit leben, welcher auf unserer Erde im Bereich des Mittelalters eingeordnet werden könnte. Das Besondere und deshalb auch für viele Leser reizvolle daran ist die Sklavenkultur dieser goreanischen Gesellschaft. Norman beschreibt eine auffallende Polarisierung der Geschlechter, wonach Männer besonders stark sind und die Frauen sehr weich und zärtlich sind.

Darüber hinaus wird insbesondere die Kajira (goreanisch für Sklavin) hervorgehoben, welche ihre sexuellen Triebe nicht nur ausleben darf, sondern entsprechend ihres Status sogar muss. Diese Dynamik zwischen Mann und Frau hat viele Fans gefunden, es hat aber auch aus den feministischen Lager reichlich Kritik gegeben, so dass der Autor John Norman schliesslich von der Science Fiction Messe ausgeladen wurde.

Es fanden sich auch Gruppen zusammen, die aus den Büchern eine Art Philosophie ableiteten und einen Lebensstil entwickelten, den goreanischen Lebensstil. Zwei von den vielen Personen waren wir. Wir haben uns genau aus diesem Grunde gesucht und gefunden, wie man so schön sagt und im weiteren Verlauf immer weiter daran gearbeitet, eine goreanische Gemeinschaft zu gründen. Im Jahre der Pandemie, 2020, sind wir schliesslich für uns persönlich zur Erkenntnis gekommen, dass dieses Bild eines Masters mit seiner Kajira uns nicht richtig beschreibt. Zwar diene ich meinem Liebsten mit Leidenschaft gern, doch nach aussen, also für andere Menschen, auch innerhalb des selben Lebensstiles, bin ich schliesslich keine Sklavin. Auch habe ich nach jahrelangem freizügigem Zeigen meines Körpers, meinem inneren Schamgefühl wieder seine berechtigte Bedeutung zurückgegeben. Konsequenter Weise haben wir uns der goreanischen Gemeinschaft gegenüber nunmehr in freie Gefährten verändert, etwas vergleichbar mit der irdischen Ehe.

Tanduria ist im April 2020 entstanden, als es den ersten Lockdown gab. Es sollte der goreanischen Gemeinschaft dienen als ein Ort, sich trotz der Massnahmen treffen zu können. Ursprünglich hatten wir ein Abbild der realen Welt geschaffen oder besser gesagt einer bereits vorangeschrittenen realen Welt mit strengen Überwachungsmassnahmen und Zwangsimpfungen. Gleichzeitig gab es ein kleines Dorf, wo aufgewachte Menschen zurückgezogen ein Leben wie im Mittelalter lebten, da ihnen der Zugang zur Gesellschaft verwehrt war und jeglicher Kontakt mit selbiger unweigerlich zur Vernichtung führen musste. Wir hätten zu dieser Zeit nicht gedacht, dass sich die Realität so schnell diesem dystopischen Modell annähern würde. Es kam uns dann der Gedanke in den Sinn, dass wir selbst zur Realisierung beitrugen, indem wir gedanklich und sogar gestalterisch eine solche Welt zeichneten. Daraufhin verwandelten wir Tanduria in eine eher friedliche, mittelalterliche Region. Zu dieser Zeit hatten wir in Erwägung gezogen, eine Landschaft nach dem Vorbild der Gor-Romane zu erstellen, haben das Projekt aber nicht weiter verfolgt.

Schliesslich mussten wir immer deutlicher erkennen, dass unser Gor-Weg am Ende angekommen ist und wir selbigen nicht mehr gerecht werden können und wollen. Die Philosophie, die wir in den Gor Romanen fanden, der wir mit Leidenschaft folgten, hat uns in den vergangenen 15 Jahren sehr viel gegeben und wir dürfen diese wichtige Lebenszeit weder verleugnen noch vergessen. Insbesondere der Respekt gegenüber der Natur, eines jeden Wesens in seiner Art, die Liebe zum Leben, die Achtung der Geschlechter, der Zusammenhalt zwischen den Menschen und vieles mehr, hat uns letztlich vorbereitet auf eine weitere Entwicklung: die spirituelle! 

Tanduria vereint für uns beides, die Achtung und Wertschätzung der Natur sowie die geistige Weiterentwicklung und letztlich unseren Abschied von Gor. Für uns ist es ein Weg, der zum Licht führt. Tanduria ist also unsere erste Lichtoase. Da aber noch weitere folgen sollen, benannten wir das gesamte Grid Tanduria oder Die Lichtoasen von Tanduria!


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